Kirche in KreuztalKreuztal. Mit etwas Wehmut feierten die Gläubigen der neuapostolischen Kirchengemeinde Kreuztal – gemeinsam mit Bischof Gerd Kisselbach (Baunatal) – am vergangenen Sonntag, den 4. Februar 2018 den letzten Gottesdienst in ihrer Kirche an der Dörrwiesenstraße, an dessen Ende Bischof Kisselbach das Kirchengebäude profanierte. Der Gemeindechor wirkte bei der Gottesdienstgestaltung mit.

Seiner Predigt legte der Bischof das Bibelwort „So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.“ (Römer 13,7) zugrunde. In seinen Ausführungen erinnerte er an die Aussage Jesu „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ (Matthäus 22,21) und stellte in diesem Zusammenhang die Frage „Was geben wir Gott?“. „Da Gott uns zuerst geliebt hat, wollen wir seine Liebe gerne erwidern und ihm auch unsere Opfer bringen.“ so der Bischof.

In seiner Predigt erinnerte Bischof Kisselbach auch an die Vergangenheit der Gemeinde Kreuztal. Er sagte „Wir schauen mit Dankbarkeit auf den Segen, den der ewige Gott in den Jahren des Bestehens auf die Kreuztaler Gemeinde gelegt hat. Der besondere Dank gilt aber auch den zahlreichen Amtsträgern, die in der Vergangenheit hier gearbeitet haben. Eine ganze Reihe von ihnen sind heute hier unter uns.“Bischof Gerd Kisselbach in Kreuztal

Nach der Abendmahlsfeier und der Endwidmung der Kirche beendete Bischof Kisselbach den Gottesdienst Gebet und Segen. Anschließend waren alle Anwesenden noch zu einem Imbiss eingeladen.

Die Anfänge der neuapostolischen Kirchengemeinde in Kreuztal gehen bis in das Jahr 1910 zurück, als die ersten beiden neuapostolischen Familien von Voerde nach Kreuztal zogen. Im Hause der Familie Ehrenfried wurden schon bald die ersten Gottesdienste gefeiert. Ab 1951 betreute Hirte Friedrich Müller aus Klafeld die Gläubigen, die sich anfangs bei der Familie Schöler versammelte. Auch die Gaststätten Ernst und Traut dienten kurzzeitig als Gottesdienstlokale. Ende 1952 konnte auf dem Anwesen der Metzgerei Marx eine eigene Versammlungsstätte geweiht werden.

Im Jahre 1953 wurde die Kreuztaler Gemeinde mit 30 Mitgliedern gegründet und Priester Paul Jung mit der Aufgabe des Vorstehers betraut. Ihm folgte im August 1960 der spätere Gemeindeevangelist Fritz Metschies.

Durch das Wachstum der Gemeinde wurde die Versammlungsstätte in der Metzgerei zu klein, so dass im Jahre 1965 auf dem Grundstück Dörrwiesenstraße 16 eine eigene Kapelle errichtet werden konnte, die Bischof Johannes Seibert am 18. Dezember 1965 weihte.

Als im Oktober 1966 Gemeindeevangelist Metschies in den Ruhestand trat, folgte ihm Priester Günter Flechtner als Gemeindevorsteher. Ihm standen 3 Diakone bei der Betreuung der 62 Gemeindemitglieder zur Seite. Am 11. Januar 1981 konnte Apostel Rudolf Schilling auf dem Grundstück Dörrwiesenstraße 16 eine neue größere Kirche weihen.

Am 15. Oktober 1996 trat Gemeindevorsteher Flechtner, der zwischenzeitlich zum Gemeindeevangelisten ordiniert worden war, in den Ruhestand. In den folgenden Jahren betreuten Priester Hans-Jürgen Beitzel, Bezirksevangelist Manfred Jansen, Priester Roland Bechtel, Bezirksevangelist Ralf Partmann und Hirte Klaus-Günter Riedel die Gemeinde als Vorsteher. Seit dem 1. Januar 2015 war Bezirksältester Gerald Czub mit dieser Aufgabe betraut. Ihm zur Seite standen 3 Diakone.

Der demographische Wandel machte auch an der Kreuztaler Kirchengemeinde nicht halt. Durch die zurückgehenden Mitgliederzahlen wird in Zukunft ein funktionierendes Gemeindeleben nicht mehr gewährleistet sein. Daher hat sich die Kirchenleitung entschlossen, die Gemeinde Kreuztal zu schließen, wobei sie sich diesen Schritt nicht leicht gemacht hat. Bedeutet es doch für die betroffenen Gläubigen zukünftig weitere Wege, da sie sich den umliegenden Kirchengemeinden anschließen werden.

(Bericht: W. Rock, Foto: P. Strauß)

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